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Lucian Bernhard

Stuttgart 1883 - New York 1972


Im Jahr 1883 in Stuttgart als Emil Kahn geboren, nimmt der Designer und Graphiker 1905 das Pseudonym Lucian Bernhard an.
Lucian Bernhard studiert an der Kunstakademie in München bevor er 1901 nach Berlin geht. In Berlin entwirft Lucian Bernhard kommerzielle Plakate, die sehr vom progressiven Stil der Beggarstaff-Brüder, den beiden britischen Künstlern William Nicholson (1872-1949) und James Pryde (1866-1941), beeinflusst sind.
Lucian Bernhard wird einer der bedeutendsten deutschen Plakatkünstler. Er prägt maßgeblich den Stil des neuen Sachplakats. Das zu bewerbende Produkt wird mit dem großen Schriftzug des Markennamens oder der Firma kombiniert und vor großflächigem, aber reduziertem Farbhintergrund platziert. Die Schriftzüge von Firmen wie Bosch, Kaffee Hag oder Pelikan orientieren sich noch heute an den Vorbildern, die Lucian Bernhard schuf.
1914 entwirft Lucian Bernhard für die Firma Bosch ein Plakat mit der vereinfachten Darstellung einer Zündkerze und dem sinnfälligen Funken an deren Spitze, daneben die großen Lettern Bosch in dicker Umrandung.
Lucian Bernhard gehört in Berlin zu einer Gruppe von Graphikdesignern, die regelmäßig Plakatentwürfe fertigt für die Druckerei Hollerbaum & Schmidt, die für ihre progressive Sachplakatwerbung bekannt ist. In den Jahren 1910 bis 1920 ist Lucian Bernhard jedoch noch hauptsächlich als Designer für die Deutschen Werkstätten Dresden-Hellerau tätig. Als künstlerischer Leiter entwirft er ab 1910 Möbel, Tapeten, Teppiche und Leuchten.
1920 wird Lucian Bernhard als erster Professor überhaupt für Plakatkunst an die Akademie der Künste in Berlin berufen. Drei Jahre später zieht Lucian Bernhard nach New York, wo er ein Designstudio eröffnet. Gleichzeitig führt er sein Berliner Büro weiter. In den USA entwirft er mehrere neue Schriften für American Type Founders, insgesamt gestaltet Lucian Bernhard rund 36 neue Schriftarten.
Lucian Bernhard ist ebenfalls als Architekt tätig, er entwirft Bürobauten, Fabrikhallen sowie zahlreiche Wohnhäuser. Um 1930 wendet er sich der Malerei und Bildhauerei zu.


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